Kurs 2021-33 Thomas-Evangelium

Mi., 08.12.2021 18:00 Uhr bis  
So., 12.12.2021 13:00 Uhr  

Das Thomas Evangelium ist eines der frühesten außerbiblischen Zeugnisse der Jesus‐Überlieferung ‐ vor 70 Jahren im Wüstensand in Oberägypten wieder gefunden. Es macht die pluralen Anfänge der Geschichte des Urchristentums deutlich, bietet fremde Perspektien, lässt aber auch biblische Texte neu lesen. Jesus ist hier vornehmlich Weisheitslehrer. Beziehungen zu Mystik und Gnosis sind unübersehbar.
Der Textbestand ist überschaubar: 114 ziemlich kurze Aussprüche („Logien“) von „Jesus, dem Lebendigen“. Im Kurs wechseln Kurzvorlesungen, gegenständliche und nicht‐gegenständliche Meditationen und bibliodramatische Übungen einander ab. Dabei geht es um Erfahrungen von Vergeblichkeit und Verstrickung, um Wege ins Offene, um neue Existenzorte und grenzenlose Freiheit.
Bibliodrama ist ein Weg indirekter Selbsterfahrung; es ist gleichermaßen text‐ und erfahrungsorientiert, kreativ gestalterisch, kritisch und meditativ.
Dabei geht es ebenso um das Bewusstwerden von Irritationen, Projektionen, Blockierungen in und gegenüber biblischen Texten wie um die Entdeckung von deren befreiendem, lebensfreundlichem Potential.
Jede Phase eines Bibliodramas beginnt mit körperorientierten Übungen; dem folgen die eigentlich kreative Arbeit auf äußeren Bühnen und mit inneren Vorstellungen / Imaginationen sowie ausführliche Gespräche, um den Prozess in all seinen Facetten zu reflektieren.

Literatur: G. M. Martin: Das Thomas‐Evangelium. Ein spiritueller Kommentar. Stuttgart 1998  
Ort: München, Schloss Fürstenried  
Leitung: Prof. Dr. Gerhard Marcel Martin, Jan Sedivy  
Kursgebühr:  220,- € zzgl. Vollpension