Kontemplation und Zen

Wege der Achtsamkeit

Kontemplation

„Kontemplation ist das Erwachen zur Gegenwart Gottes im Herzen des Menschen
und im uns umgebenden Universum.
Kontemplation ist Erkenntnis im Zustand von Liebe.“

Bede Griffiths

Das Wort Kontemplation bedeutet „schauen“ und meint den Weg der Mystik im Christentum. Er führt in die Erfahrung dessen, was hinter dem verstandesmäßig Fassbaren liegt – das eigene wahre Wesen, eine tiefere Gotteserkenntnis und die daraus resultierende neue Einstellung zu sich, zu anderen Menschen und zur Schöpfung insgesamt.
So gesehen sind Kontemplationskurse eine Hinführung und Einübung in den Zustand der Kontemplation.
Im Unterschied zum gegenständlichen Meditieren über ein Thema, zielt Kontemplation auf das Loslassen aller Bewusstseinsinhalte durch aufmerksame Präsenz im gegenwärtigen Augenblick.

In Stille und Achtsamkeit begegnet der Mensch zunächst sich selbst. Er lernt loszulassen und öffnet sich für jene Wirklichkeit, die sich hinter all dem verbirgt, was er weiß oder denkt.

Insgesamt hat dieser Weg Auswirkungen im Alltag, wo mehr Gelassenheit, Sinn, Freude, aber auch Echtheit, Wahrhaftigkeit und Tiefe spürbar werden.

Zen

Der japanische Ausdruck ZEN bezeichnet einen spirituellen Übungsweg, der in China und Japan schon seit weit über tausend Jahren praktiziert wird. Ähnliche Übungsanweisungen finden sich im Abendland bei den mittelalterlichen christlichen Mystikern, z. B. bei Meister Eckhart, Francisco de Osuna, Johannes v. Kreuz und dem unbekannten Autor der Wolke des Nichtwissens.

Regelmäßiges Sitzen in der Stille (Zazen) soll unter der Führung autorisierter LehrerInnen über das Ichbewusstsein hinaus in eine Transzendenzerfahrung (Kensho oder Erleuchtung) führen. Die lebenslange treue Übung der Geistessammlung wandelt sanft, aber nachhaltig das Selbstverständnis und die Sicht der Welt und fördert die Barmherzigkeit und das große Mitgefühl mit allen fühlenden Wesen.
Zen, mit seinen ursprünglichen Wurzeln im Buddhismus, wird heute von vielen, deren spirituelle Suche sie außerhalb der traditionellen europäischen Wege geführt hat, als transkonfessioneller spiritueller Weg geübt.

Für beide Wege gilt:
„Grundsätzlich sind Menschen jeder Konfession, Religion und Weltanschauung in unserem Kreis willkommen. Gegenüber allen üben wir Respekt und Toleranz und erwarten das Gleiche von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.“