Es war einige Jahre vor der Lebensmitte, als mich ein Freund, er war Jesuit, nach einer lebensbedrohlich gewordenen gesundheitlichen Krise sanft, aber nachdrücklich auf einen spirituellen Weg schob. Das war meine erste Begegnung mit Zen, von dem ich bis zu diesem Zeitpunkt nichts Konkretes wusste. Die überaus positiven Erfahrungen mit der Zen-Praxis, die es auch in den folgenden Jahren immer wieder gab, führten dazu, dass der Zen-Weg zu einem essenziellen Teil meines Lebens geworden ist.
Am Zen-Weg schätze ich, dass er in eine „offene Weite“ mündet. Er erschließt einem sowohl die Tiefen des Spirituellen und lässt auch dem Alltag das ihm zustehende Gewicht. Zazen und der Alltag gehören für mich zusammen.
Über Jahrzehnte hinweg war Sr. Ludwigs Fabian OSB (Koun An, 1933-2016)) meine Zen-Lehrmeisterin. Sie hat mich durch die traditionell vorgesehenen Koan begleitet, und erteilte mir im Dezember 2015 die Lehrbefugnis für Zen. 2017 begann ich mit der Kurstätigkeit.
Geboren 1951, war ich beruflich im Bankwesen tätig. 1974 haben Christine und ich geheiratet. Im Lauf der Zeit wurden wir eine siebenköpfige Familie; zwei Töchter und drei Söhne bereicherten – natürlich mit den dazugehörenden Höhen und Tiefen – unser Leben. Dazu kamen im Lauf der Jahre noch sieben Enkelkinder. Die Herausforderung war stets, den spirituellen Weg mit den alltäglichen familiären und beruflichen Anforderungen zu verbinden.
Im Jahr 2023 erschien mein Buch „Hörst du den Gebirgsbach – Leben aus Zen – hier und jetzt“. Die einzelnen Abschnitte hat meine Frau Christine mit ihren Bildern ‚kommentiert‘. Seit einigen Jahren habe ich auch eine eigene Homepage: www.sein-in-der-zeit.at
Beim Koan Nr. 19 (Mumonkan, „Alltag ist der Weg“) findet sich folgender Vers:
Die Blumen im Frühling – der Mond im Herbst,
im Sommer die kühle Brise – im Winter der Schnee!
Wenn unnütze Sachen den Geist nicht vernebeln,
ist dies des Menschen glücklichste Jahreszeit!

