Mein Weg zur Kontemplation begann 1982. Damals nahm ich an einem Zen-Sesshin von Pater Willigis Jäger teil. Ich hatte nie eine Einführung bekommen, es war höllisch anstrengend, aber am Ende hatte sich für mich ein Tor geöffnet. Pater Willigis brachte mir Meister Eckhart nahe, und mit Meister Eckhart fand ich Zugang zur Bibel und zur Person des Jesus von Nazareth, und so gelangte ich zur Kontemplation. Nachdem Willigis mich 1997 zum Lehrer für Zen und Kontemplation ernannt hatte, fand ich im Haus der Stille in Sachrang bei Schwester Ludwigis Fabian für lange Zeit eine spirituelle Heimat. Sowohl gemeinsam mit ihr als auch eigenständig habe ich zwischen 1998 und 2013 im Haus der Stille viele Kontemplationskurse abgehalten. Dankbar bin ich Jan Sedivy, dass ich seither im Rahmen des Vereins für Kontemplation Kurse in Armstorf und Frauenwörth anbieten kann.
Johannes vom Kreuz (1542-1591) schreibt: „Kontemplation ist ja nichts anderes als ein geheimes, friedliches und liebendes Einströmen Gottes, so dass er, wenn man ihm Raum gibt, den Menschen im Geist der Liebe entflammt“. Dieses Einströmen geschieht, so lehrt der spanische Mystiker, von selbst und vollzieht sich unablässig – allerdings meistens unbewusst und unbemerkt. Wir sind im Innersten geliebt, aber wir wissen es nicht. Der Weg der Kontemplation ist ein Übungsweg, um uns dieser Liebe bewusst zu werden und sie zu erfahren.
Zu meiner Person: Ich bin1953 geboren, bin seit 38 Jahren verheiratet und habe zwei Töchter. Neben meiner Tätigkeit als Kontemplationslehrer arbeite ich als Dozent für Philosophie an der Universität Heidelberg. Ich habe Bücher und Aufsätze veröffentlicht zur Mystik, zur Ökologischen Ökonomie und zu den Grundlagen der Wirtschaftswissenschaften, vielfach in Kooperation mit Malte Faber.

